Forscher stehen kurz davor, das Potenzial von Rapsprotein für den menschlichen Verzehr nutzbar zu machen

Forscher stehen kurz davor, das Potenzial von Rapsprotein für den menschlichen Verzehr nutzbar zu machen

Bislang wurde die Pflanze wegen ihres bitteren Geschmacks und ihrer Unverträglichkeit für den menschlichen Verzehr lediglich für die Ölgewinnung und als Tierfutter verwendet.

Doch in einer aktuellen Studie haben Forscher bedeutende Schritte unternommen, um die bitteren Bestandteile zu entfernen. Dies ebnet den Weg für eine neuartige Proteinquelle. Während die Rapspflanze aufgrund ihrer reichlichen bitteren Abwehrstoffe Krankheiten und herbivore Tiere abwehrt, sind diese Stoffe gleichzeitig dafür verantwortlich, dass die Pflanze für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist.

Ein Forscherteam der Universität Kopenhagen, hat die Proteine identifiziert, die dabei helfen, die bitteren Substanzen in den Samen einer Modellpflanze namens Ackerschmalwand zu speichern. Diese Pflanze ist ein naher Verwandter des Rapses. Dieses Wissen könnte genutzt werden, um diese Proteine zu entfernen. Dadurch ließe sich der bittere Geschmack des Rapses eliminieren, was eine Fülle von Möglichkeiten eröffnet. Das Forschungsergebnis wurde im wissenschaftlichen Journal Nature veröffentlicht. (1)

Die bitteren Abwehrsubstanzen im Raps werden als Glucosinolate bezeichnet und sind am bekanntesten für ihre scharfen Aromen in Wasabi und Senf. Bisher wurde der sogenannte Rapskuchen, der nach der Ölgewinnung aus den Samen übrig bleibt und einen beachtlichen Proteingehalt von 30-40 Prozent aufweist, nur in begrenztem Umfang als Futter für Schweine und Hühner verwendet. Die Forscher haben es geschafft, die bitteren Abwehrstoffe zu entfernen, indem sie die drei Proteine in der Pflanze identifiziert haben, die für den Transport dieser Substanzen in die Samen verantwortlich sind. Dieses neu gewonnene Wissen ermöglicht es, die Anreicherung dieser Substanzen im Samen zu verhindern, indem die Proteine mithilfe einer Technologie namens 'Transportengineering' entfernt werden. So bleiben die Abwehrstoffe in allen anderen Teilen der Pflanze erhalten und sie behält weiterhin ihre Schutzfunktion bei.

1 https://www.nature.com/articles/s41586-023-05969-x